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Wie viel soll mein Hund fressen? Der komplette Ratgeber zur Fütterung

Wie viel Futter braucht dein Hund wirklich? Wir erklären die RER-Formel, wie Lebensphase und Aktivität den Bedarf beeinflussen – und wie du den täglichen Kalorienbedarf in 3 Minuten berechnen kannst.

✍️ Alles für meinen Hund Redaktion 📅 9. Juni 2026

Zu viel, zu wenig, zur falschen Zeit – Fütterungsfehler gehören zu den häufigsten Ursachen für Übergewicht, Mangelernährung und Verdauungsprobleme bei Hunden. Dabei ist die Grundfrage eigentlich einfach: Wie viele Kalorien braucht mein Hund pro Tag?

Die gute Nachricht: Es gibt eine wissenschaftliche Formel – und sie ist gar nicht kompliziert.


Die RER-Formel: Wie Tierärzte den Grundbedarf berechnen

Veterinäre weltweit nutzen den RER-Wert (Resting Energy Requirement) als Ausgangspunkt. Er beschreibt, wie viel Energie ein Hund im Ruhezustand verbraucht – also die Mindestmenge, die sein Körper für grundlegende Funktionen wie Herzschlag, Atmung und Körperwärme benötigt.

Die Formel lautet:

RER = 70 × (Körpergewicht in kg)^0,75

Ein 10-kg-Hund hätte also einen RER von etwa 394 kcal/Tag.

Aber das ist nur der Ausgangswert. Der tatsächliche Bedarf hängt von mehreren Faktoren ab.


Faktoren, die den Kalorienbedarf verändern

1. Lebensphase

LebensphaseFaktorWarum
Welpe× 3,0Wachstum kostet enorm viel Energie
Erwachsen× 1,6Normalbetrieb
Senior (ab 7–8 J.)× 1,4Stoffwechsel verlangsamt sich

Welpen brauchen also fast doppelt so viele Kalorien wie ein adulter Hund gleicher Größe. Wer das ignoriert, riskiert Wachstumsstörungen.

2. Aktivitätslevel

Ein Arbeitshund oder Agility-Sportler verbrennt bis zu 60% mehr als ein ruhiger Haushund:

AktivitätFaktor
Ruhig (kurze Spaziergänge)× 0,8
Normal (1–2 Std. täglich)× 1,0
Sehr aktiv (Sport, Arbeit)× 1,3

3. Kastrationsstatus

Kastrierte Hunde haben einen um etwa 15% niedrigeren Energiebedarf als intakte Tiere. Viele Besitzer bemerken das nicht und füttern ihren Hund nach der OP weiter wie vorher – das führt fast automatisch zu Gewichtszunahme.

4. Trächtigkeit & Stillzeit

Eine tragende oder stillende Hündin hat einen bis zu 50% höheren Energiebedarf. Hier ist Unterversorgung besonders gefährlich, weil sie nicht nur die Mutter, sondern auch die Welpen betrifft.


Von kcal zu Gramm: Was steht auf der Verpackung?

Die Kalorienangabe hilft dir nur, wenn du weißt, wie energiereich das jeweilige Futter ist. Auf jeder Futterverpackung findest du den physiologischen Brennwert – meist in kcal/100g oder MJ/kg.

Grobe Richtwerte:

  • Trockenfutter: ~340–380 kcal pro 100g
  • Nassfutter: ~70–100 kcal pro 100g

Das erklärt, warum Nassfutter-Portionen so viel größer wirken: Es besteht zu 70–80% aus Wasser.

Rechenbeispiel für einen 10-kg-Hund, adult, normal aktiv:

  1. RER = 70 × 10^0,75 = 394 kcal
  2. × Lebensphase-Faktor (1,6) × Aktivitäts-Faktor (1,0) = 630 kcal/Tag
  3. Bei Trockenfutter mit 355 kcal/100g: 177g Futter pro Tag

Häufige Fütterungsfehler – und wie du sie vermeidest

❌ Den Angaben auf der Verpackung blind vertrauen

Hersteller-Empfehlungen sind bewusst großzügig berechnet – mehr Futter = mehr Umsatz. Nutze sie als Obergrenze, nicht als Zielwert.

❌ Leckerlis nicht einrechnen

Leckerlis beim Training, Kausnacks, Reste vom Tisch – das summiert sich schnell auf 10–20% des Tagesbedarfs. Wer das nicht abzieht, überfüttert seinen Hund systematisch.

❌ Gewicht nie kontrollieren

Hundegewicht verändert sich schleichend. Eine monatliche Gewichtskontrolle (beim Tierarzt oder auf einer Hundewaage) ist die einfachste Frühwarnung für Unter- oder Übergewicht.

❌ Nach Kastration nicht anpassen

Direkt nach der Kastration (spätestens nach 4 Wochen) die Futtermenge um ca. 10–15% reduzieren.


Übergewicht beim Hund: Ein unterschätztes Problem

Laut einer Studie des Pet Obesity Prevention ist über die Hälfte aller Hunde in Deutschland übergewichtig. Das ist keine Kleinigkeit: Übergewicht erhöht das Risiko für Arthrose, Diabetes, Herzprobleme und verkürzt die Lebenserwartung messbar.

Der sogenannte Body Condition Score (BCS) ist ein schneller Selbsttest:

  • Du solltest die Rippen deines Hundes spüren, aber nicht sehen können.
  • Von oben betrachtet sollte eine Taille erkennbar sein.
  • Von der Seite sollte der Bauch leicht aufgezogen sein, nicht hängend.

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Statt selbst zu rechnen, nutze unseren interaktiven Rechner. Du gibst Gewicht, Lebensphase und Aktivitätslevel ein – er berechnet den Tagesbedarf in kcal und gibt dir direkt die Gramm-Angaben für Trocken- und Nassfutter:

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Optional kannst du auch Kastrationsstatus und Trächtigkeit berücksichtigen – für ein noch genaueres Ergebnis.


Fazit

Die richtige Futtermenge ist keine Frage des Bauchgefühls, sondern der Biologie. Die RER-Formel gibt dir eine solide Grundlage, die du dann nach Lebensphase, Aktivität und individuellen Faktoren anpasst. Überprüfe das Gewicht deines Hundes regelmäßig – und justiere nach.

Und wenn du dir unsicher bist: Unser Futterrechner erledigt die Rechnung für dich in unter einer Minute.

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